Pressemitteilung vom 20.10.2011

Bürgerinitiative Bahntunnel kritisiert die Vorgehensweise auf das Schärfste

Nordeinschleifung im aktuellen Planungsstand wird Erding nachhaltig zerstören

Mit großer Bestürzung hat die Bürgerinitiative die Entwicklungen der letzten Tage zur

Kenntnis nehmen müssen. Wie der Presse zu entnehmen war und mittlerweile auch bestätigt

wurde, hat Herr Seehofer bei einem Besuch der CSU-Politiker Lehmer, Bayersdorfer und

Gotz den Bau des Kreuzungsbahnhofes, verbunden mit der Nordeinschleifung, zugesagt.

Damit ist der Weg zu konstruktiven Gesprächen weiterhin verschlossen, die

Nordeinschleifung wird von der CSU weiterhin als einzige und beste Planungsvariante in den

Vordergrund gestellt.

Neben dem klar festgestellt werden muss, dass über eine Argumentation zum Bebauungsplan

Nr. 193 – Kreuzungsbahnhof seit über 3 Jahren konstruktive Gespräche im Stadtrat gezielt

verhindert werden, liegen die Fakten der Planungsvariante Nordeinschleifung klar auf dem

Tisch:

Die S-Bahn wird zukünftig im 15 Minuten Takt fahren, die angekündigte Verkürzung

der Schranken-Schließzeiten aufgrund technischer Verbesserungen ist nur eine

Illusion.

Aufhausen/Bergham wird von der S-Bahn weiterhin oberirdisch mit einem

Bahnübergang durchfahren

Altenerding Bahnhofstraße wird von der S-Bahn weiterhin oberirdisch mit einem

Bahnübergang durchfahren

Altenerding Parkstrasse wird von der S-Bahn weiterhin oberirdisch mit einem

Bahnübergang durchfahren

Erding Haagerstrasse wird von der S-Bahn weiterhin oberirdisch mit einem

Bahnübergang durchfahren

Das für die Stadtentwicklung wertvolle Gelände des heutigen Bahnhofes Erding wird

von der S-Bahn oberirdisch durchfahren und dann bis zur Dorfener Strasse abgesenkt

Die Dorfener Strasse wird untertunnelt geführt, der Tunnel endet jedoch kurz hinter

dem Kino.

Die S-Bahn tritt noch vor der Eisenbahnüberführung Anton-Bruckner-Strasse wieder

an das Tageslicht und fährt in den S-Bahnhof ein

Die S-Bahn durchfährt dann oberirdisch in einer Kurve das heutige Fliegerhorst-

Gelände und durchschneidet die Alte Römerstrasse, die dann zu einer Sackgasse wird

und Langengeisling von Erding abtrennt

Die S-Bahn wird dann auf Höhe Kehr/Langengeisling mit der Regionalbahntrasse

vereinigt und oberirdisch zwischen Langengeisling und Fehlbach zum Kronthaler

Weiher geführt und schwenkt dann auf den Flughafen zu. Das wertvolle

Entwicklungsland wird damit ebenfalls weitgehend wertlos.

Die Regionalbahn wird von Osten her, wo diese ein Naturschutzgebiet durchschneidet,

oberirdisch bis zur Kreuzung Taukirchner/Dorfener Strasse geführt, wo sie abgesenkt

und in einen Tunnel geführt wird.

Die Regionalbahn fährt in einen Bahnhof ein, der in einem 12m tiefen, oben offenen

Trog liegt

Die Regionalbahn fährt im Tunnel weiter, bis die Trasse auf Höhe Kehr oberirdisch

wird und sich mit der S-Bahn-Trasse vereint.

Der Bahnhof wird mit einem über 700 Stellplätzen umfassenden Parkhaus

ausgestattet. Den Bemühungen zum Trotz, den Verkehr aus Erding herzuhalten,

werden hier massive Verkehrsströme wieder in die Innenstadt bewusst hineingeleitet.

Dies sind die Fakten zum aktuellen Planungsstand, der auch auf der Internetseite des

Wirtschaftsministeriums nachgelesen werden kann Die Präsentation der Planung im Erdinger

Stadtrat kann ebenfalls hier bzw. auf der Internetseite der Bürgerinitiative (www.bahntunnelerding.

de) nachgelesen werden. Durch die ohnehin angespannte Finanzsituation kann nicht

davon ausgegangen werden, dass sich an dieser Planung etwas verändert und konkret die

Missstände der Planung entschärft bzw. relativiert werden.

Wir wollen auch daran erinnern, dass die, im Planfeststellungsverfahren beschlossene

Planung/Variante/Bauweise verbindlich ist, und genau wie Stuttgart21 zur Umsetzung

kommen wird. Unabhängig davon, ob die finanziellen Mittel nächstes Jahr oder in 10 Jahren

verfügbar sind. Mit dem Planfeststellungsbeschluss ist die Variante festgelegt. Das

Planfeststellungsverfahren kann demnächst eingeleitet werden.

Anstelle weiter diesem zerstörerischen Wahnsinn der Stadtentwicklung nachzuhängen,

fordern wir Herrn Bürgermeister Gotz und alle Verantwortlichen mit Nachdruck auf, sich

nicht weiter hinter einem Stadtratsbeschluss zu verschanzen, der unter vollkommen anderen

Rahmenbedingungen zustande kam, sondern endlich in eine konstruktive Diskussion im

Erdinger Stadtrat und mit allen Beteiligten einzusteigen. Noch ist es nicht zu spät, aber es ist

auf jeden Fall 5 vor 12.

Klar festzustellen ist auch, dass die Bürgerinitiative nicht gegen den Ringschluß ist. Wir sehen

die Realisierung als wichtigen Entwicklungsschritt für Erding. Klar ist jedoch, dass die

altgewachsene Struktur und die Lebensqualität von Erding dabei nicht zerstört werden darf.

Ebenfalls der Presse zu entnehmen war, dass laut Bundesverteidigungsministerium der

Erdinger Fliegerhorst derart stark reduziert wurde weil „der Staatsregierung nicht viel am

Erhalt gelegen hatte. Es sei vor allem der S-Bahn Ausbau betont worden. (Quelle: SZ)“.

Die Verantwortlichen auf Stadt-, Kreis- und Landesebene müssen sich nun unweigerlich der

Frage stellen, ob der Bundeswehrstandort Erding mit vielen Arbeitsplätzen und einem

wichtigen Ausbildungsbetrieb für den Kreuzungsbahnhof verkauft wurde.

Die Bürgerinitiative Bahntunnel wird sich mit aller Kraft gegen die aktuellen Pläne stellen

und dabei alle Möglichkeiten, auch die der Bürgerbeteiligung und wenn nötig auch die des

Rechtsweges vor Gericht voll ausschöpfen.

Um unsere Ziele zu erreichen bitten wird dringend um Unterstützung der Erdinger

Bevölkerung: Werden Sie Mitglied und geben Sie uns Ihre Stimme. Gemeinsam werden wir

mehr erreichen und zeigen, dass wir die absurde Vorgehensweise unserer Politik nicht einfach

hinnehmen werden. Es geht um unsere Stadt, unsere Heimat!