Interview mit Erdinger Anzeiger – Herrn Moritz vom 2. August 2010

Welchen Eindruck nehmen Sie von der Stadtratssitzung mit?

Herr Göttler hat die beiden Planungsvarianten der Nordeinschleifung mit Kreuzungsbahnhof und die Südeinschleifungsvariante gegenübergestellt und die Rahmenparameter der Varianten erläutert. Ernüchternd ist, dass sich am Planungsstand der Nordeinschleifung nichts geändert hat, äußersterfreulich ist es jedoch, dass die Südeinschleifung bereits mehrere Forderungen der Bürgerinitiative berücksichtigt.

Die Abtrennung von Langengeisling ist damit vom Tisch und eine große Portion Tunnel ist auch schon mit dabei. Mein Eindruck ist, dass die Südeinschleifung der klare Favorit des Ministeriums ist.Insgesamt habe ich den Vortrag als ein Angebot zum Dialog zwischen Erding und dem Ministerium verstanden, wie die noch offenen Anforderungen von Erding umgesetzt werden können.

Die Pläne des Ministeriums gehen nicht im Ansatz auf die Wünsche der Stadt Erding nach Tunnels ein. Hätten Sie damit gerechnet?

Das sehe ich anders. In der Variante der Südeinschleifung sind bereits ca. 40% unseres geforderten Tunnels enthalten. Zudem hat Herr Göttler eindeutig Verhandlungsbereitschaft signalisiert.

Das Grummeln unter den Stadträten war nicht zu überhören, Kritik kam aber nur sehr verhalten rüber. War
das das richtige Vorgehen?

Ich kann gut nachvollziehen, dass der Richtungswechsel des Ministeriums erst einmal zu Irritation im Stadtrat führt. Nichts desto trotz müssen wir nun gemeinsam nach Vorne blicken, mit den neuen Rahmenbedingungen arbeiten und die Chancen ergreifen, die sich uns bieten. Die Alternative dazu würde bedeuten, den Ringschluß in Frage zu stellen.

Läuft jetzt nicht alles auf die Südeinschleifung hinaus mit nur einem Gleis durch die Stadt und einem längeren Tunnel?

Allein die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Inklusive dem großen Stück Tunnel ist die Südeinschleifung um ca. 100 Millionen € günstiger als die bisherige Nordvariante.

Glauben Sie, dass in der Tunnel-Debatte das letzte Wort gesprochen ist? Was sollte die Politik jetzt tun?

Ich denke, die Weichen sind gestellt aber das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Es ist nun an uns und der Stadt Erding, aus der Situation das Beste herauszuholen. Ich würde mir wünschen, dass die Politik sich nun rasch auf die neue Situation einstellt und mit uns gemeinsam in den nächsten Wochen und Monaten in Gespräche zu konstruktiven Lösungsansätzen einsteigt.

Und wie sieht das weitere Vorgehen der BI Bahntunnel Erding aus?

Wir werden unverändert weiter um jeden Meter Tunnel kämpfen